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Inhaltsverzeichnis

Personen, Ereignisse, Strukturen

Der Zusammenhang von Ereignisgeschichte, Struktur- und erlebter Geschichte steht im Vordergrund des Themenschwerpunktes. Gefragt wird nach den Ursachen und strukturellen Zusammenhängen der "großen" Ereignisse, nach historischen Prozessen und den Kontexten des Handelns von Persönlichkeiten in der Geschichte: "Menschen machen die Geschichte nicht aus freien Stücken - aber sie machen sie selbst."

Solingen

Max Leven - ein Lebensweg mit Musik und Politik

Vom Leben des Kunstkritikers Max Leven (1882-1938) ist sein Tod in der Reichspogromnacht 1938 wohl am besten bekannt. Der Vortrag wird hauptsächlich seine Lebensabschnitte vorstellen: die Prägung des Kindes und Jugendlichen in Lothringen, die Familiengründung in Krefeld, den Umzug nach Solingen und die Mitwirkung in USPD, KPD und in der verbreiteten Tageszeitung "Bergische Arbeiterstimme". Wie aktiv war er dort? Und wie erging es dem Juden und Kommunisten zwischen 1933 und 1938 unter der NS-Diktatur? Der Vortragende ist diesen Fragen so weit wie möglich auf den Grund gegangen, um ein besser fundiertes Gesamtbild zu entwickeln, als es bisher möglich war.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

Leitung Termin     Zeit (Stadtt.) Straße R Kurs-Nr.
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Dr. Horst Sassin 17.1.20 1* Fr: 18:00-20:15 (SG-Mi) Mummstraße 10
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322, Forum
10-5113s@120
0.00 €
Anmeldung nicht nötig
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März 1920: Militärputsch - Generalstreik - Revolution

Vortrag in Kooperation mit dem Bergischen Geschichtsverein Solingen

Am 13. März 1920 putschten in Berlin Militärs unter der Führung von General Walther von Lüttwitz und mit Unterstützung von Erich Ludendorff gegen die gewählte demokratische Regierung unter Gustav Bauer (SPD), die daraufhin fliehen musste.

Mit einem Generalstreik – dem größten in der deutschen Geschichte – widersetzte sich die arbeitende Bevölkerung der drohenden Militärdiktatur. In den Zentren der Arbeiterbewegung, vor allem in Westdeutschland, kam es zu bewaffnetem Widerstand gegen die militärische Konterrevolution. Die Rätebewegung und der Kampf um die sozialistische Revolution flackerten so noch einmal auf.

Diese dramatischen Ereignisse im Frühjahr 1920 haben den Weg ins kollektive Gedächtnis nicht gefunden und sind heute weitgehend vergessen, obgleich es sich um einen Schlüsselmoment für das Verständnis der Weimarer Republik und für ihr Scheitern handelt.

Ralf Rogge (Leiter des Stadtarchivs Solingen) beleuchtet in seinem Vortrag die besondere Rolle Solingens im Widerstand gegen den sogenannten Kapp-Putsch.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

Leitung Termin     Zeit (Stadtt.) Straße R Kurs-Nr.
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Ralf Rogge 16.3.20 1* Mo: 18:30-20:00 (SG-Mi) Mummstraße 10
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322, Forum
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Wer war Elisabeth Förster-Nietzsche (1846-1935)?

Hingebungsvolle Schwester, leidenschaftliche Fälscherin, große Strategin?

Elisabeth Förster-Nietzsche war eine Frau mit vielen Begabungen und die Schwester des berühmten Philosophen Friedrich Nietzsche. Sie konnte Menschen für sich einnehmen, sie war intelligent und durchsetzungsfähig.

Doch ging sie in die Geschichte ein als die Frau, die manipulierend in die Werke ihres Bruders eingegriffen hat. Sie schönte und unterdrückte Details, wenn etwas nicht zu ihrer Sichtweise auf Leben und Person des Bruders passte. Als alleinige Nachlassverwalterin ihres Bruders, Gründerin und Leiterin des Weimarer Nietzsche-Archivs, nahm sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts großen Einfluss auf den Nietzsche-Kult in Deutschland. Sie mehrte seinen und ihren Ruhm.

Zum Bild dieser Frau gehört aber auch, dass sie eine unbestreitbare Nähe zu Adolf Hitler hatte, dem sie sogar den Spazierstock ihres Bruders schenkte.

Wir lernen eine außergewöhnliche und umstrittene Frau kennen.

Ein Vortrag in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Solingen.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Dr. Uta-D. Rose 25.3.20 1* Mi: 19:00-21:15 (SG-Mi) Mummstraße 10
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Lesung: Vaterland, wo bist Du?

Roman nach einer wahren Geschichte, mit der Autorin Annette Oppenlander

Die Kindheit und Jugend ihrer Eltern im Krieg und im Nachkriegsdeutschland stehen im Mittelpunkt des historischen Romans „Vaterland, wo bist Du?“, den die deutsch-amerikanische Autorin Annette Oppenlander zunächst auf Englisch unter dem Titel „Surviving the Fatherland“ publizierte. Frau Oppenlander, wie ihre Eltern Lilly und Günter in Solingen aufgewachsen, verknüpft im Roman fiktionale Elemente mit den realen Biographien ihrer Eltern, die sie gewissermaßen im Rahmen eines familiären „Oral History“-Projektes, einer intensiven und systematischen Befragung der Eltern zu ihren Erlebnissen in der Zeit zwischen 1940 und 1953 in Solingen, rekonstruierte und durch intensive Archivrecherchen, auch im Solinger Stadtarchiv, absicherte. Es entsteht das Bild von Jugendlichen, die schon früh mit den Schrecken des Krieges konfrontiert wurden und sich den sinnlosen Durchhalteparolen und Maßnahmen des Regimes zu entziehen suchten. Doch die seelischen Verletzungen und Geheimnisse aus der Zeit des Krieges blieben in der Nachkriegszeit wirksam, auch nachdem Lilly und Günter 1949 zueinander fanden. Frau Oppenlander legt ihre Erzählung jetzt auch in deutscher Übersetzung vor und stellt sich ihrem Solinger Publikum.

Ralf Rogge, Leiter des Stadtarchivs Solingen, eröffnet die Lesung mit einem kurzen historischen Überblick über das Kriegsende in Solingen.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Annette Oppenlander 24.4.20 1* Fr: 17:00-18:30 (SG-Mi) Mummstraße 10
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"Ich bin verschütt gegangen": Amalie Schaumann, eine Aktivistin der KPD im Ruhrkampf 1920

Vortrag in Kooperation mit dem Bergischen Geschichtsverein Solingen

In der Darstellung der historischen Ereignisse von 1920, die als „Ruhrkampf“ in die Geschichte eingingen, spielen Frauen keine oder eher eine untergeordnete Rolle. Werden sie genannt, dann in der Regel in helfender Funktion. Fotografien von Sanitäterinnen oder von Frauen, die für die Verpflegung der „Roten Ruhrarmee“ zuständigen waren, sind bekannt.

Anne Prior stellt mit Amalie „Mally“ Schaumann eine Aktivistin der Magdeburger KPD-Leitung vor, die im März 1920 in Duisburg und Dinslaken Quartier nahm und die KPD-Leitung über die Ereignisse im Ruhrgebiet unterrichtete. Sie trat bei Versammlungen als Rednerin auf, begleitete die „Rote Ruhrarmee“ und leistete Kurierdienste für sie. Vor dem außerordentlichen Kriegsgericht in Wesel musste sie sich im Mai 1920 u.a. wegen „Beteiligung am Aufruhr“ verantworten. Nach ihrem Freispruch kam sie nach Solingen, war hier einige Jahre in der örtlichen KPD aktiv und zog sich dann ins „Private“ zurück.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Anne Prior 15.5.20 1* Fr: 15:00-17:15 (SG-Mi) Mummstraße 10
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322, Forum
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Fritz Gräbe, Juden- und Polenretter - Über die Wechselfälle der Erinnerung

Fritz Gräbe gehört inzwischen fest zum Erinnerungspool der Stadt Solingen. Seine Hilfsbereitschaft, die heute als "Rettungswiderstand" bezeichnet wird, schuf ein leuchtendes Beispiel für Mitmenschlichkeit in Zeiten der NS-Diktatur und ihrer rassistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Sein Beispiel war nicht einzigartig, aber ein Ausnahmefall. Kein zweiter Solinger und Bergischer hat sich in solchem Maße für die Verfolgten eingesetzt.

Es gehört mit zu den Erfahrungen der Geschichte, dass dieses Beispiel keineswegs immer positiv beurteilt wurde. Besonders durch das wirkungsmächtige Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" wurde er so übel verleumdet, dass er es nicht mehr wagte, nach Deutschland zurückzukehren. Den Umschwung der Einschätzung seiner Lebensleistung in Deutschland, seine Wiederanerkennung als Vorbild für die Jugend, hat er nicht mehr erlebt.

Der Vortrag wird sowohl Gräbes Leben, insbesondere seinen "Rettungswiderstand", als auch die Wechselhaftigkeit der Erinnerung an ihn nach 1945 und ihre Ursachen in den Blick nehmen.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

Leitung Termin     Zeit (Stadtt.) Straße R Kurs-Nr.
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Dr. Horst Sassin 19.6.20 1* Fr: 19:00-21:15 (SG-Mi) Mummstraße 10
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10-5114s@120
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Wuppertal

Die Geschichte der Klimaforschung

Jun. Prof. Dr. Dania Achermann (Uni Wuppertal) im Gespräch

Klimaforschung ist keine wissenschaftliche Disziplin, die erst mit den Folgen des Klimawandels auf den Plan getreten wäre. Ihre historischen Wurzeln reichen weit ins letzte Jahrhundert und darüber hinaus. Luftverschmutzung und Klimaveränderung stellen seit Ende des Zweiten Weltkrieges neue Herausforderungen an die sich rasant entwickelnden Klimawissenschaften, deren Forschungsmethoden sich ständig verändert und erweitert haben. Die Schweizer Historikerin und Juniorprofessorin der Bergischen Universität, Dr. Dania Achermann, beschäftigt sich u.a. mit der Geschichte der Klimaforschung und ihren Modellen und beschreibt in der Politischen Runde den Weg und Wandel von Klimakarten und zur Computersimulation und deren Bedeutung für die Diskussion über Folgen und Prognosen. Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip Pay what you like." (Zahle, was Du magst.)

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Prof. Dania Achermann 23.3.20 1* Mo: 19:30-21:00 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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Vormärz

Weichenstellungen im 19. Jahrhundert

Als „Vormärz“ bezeichnet man gern das Jahrzehnt vor den großen europäischen Revolutionen ab März 1848. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine weichenstellende Epoche, eine „Schwellenzeit der Moderne“: Der erste Zug fuhr von Nürnberg nach Fürth. Die Zollschranken fielen. Technische Innovationen veränderten die Produktion. Im Geist des Liberalismus und Kapitalismus entstand eine neue Arbeits- und Industriegesellschaft. Angesichts der sozialen Not in den sogenannten „Hungry Forties“ wurde die „soziale Frage“ im Bürgertum breit diskutiert. Neue Mentalitäten und Einstellungen entwickelten sich. Die „Jungdeutschen“ (Heine, Gutzkow) forderten die sexuelle Emanzipation der Frau. Nationalistische und antisemitische Strömungen, germanische und christliche Mythen verschmolzen zu einer neuen „Nationalreligion“, die den weiteren Gang der Geschichte prägen sollte. Der Themenabend führt mitten hinein in eine Zeit tiefgreifender Veränderung. Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip „Pay what you like“.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Dr. Torsten Reters 12.3.20 1* Do: 19:00-21:15 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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"Hast Du Sorgen? Geh ins Café!"

Ein Streifzug durch die zeitkritische Kaffeehauskultur des 19. Jahrhunderts

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren die europäischen Cafés Orte, die das kulturelle und politische Leben beeinflussten. Deshalb wurden sie von der Obrigkeit argwöhnisch beobachtet. Während Marx und Engels etwa im Pariser Café de la Régence die "soziale Frage" oder am Kölner Heumarkt das "Kommunistische Manifest" diskutierten, wurde in Mailänder Lokalen revolutionär gegen die Habsburger gewettert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sprach man in Wien und Prag über Nationalismus und Antisemitismus. Die illustre Schar der Stammgäste –ob in Berlin oder Budapest – saß oft den ganzen Tag, gelegentlich nur bei einem Glas Wasser im Café, um satirisch über die politische Lage oder überhaupt den Sinn des Daseins zu diskutieren. Der nostalgische Streifzug in Anekdoten mit dem Kulturhistoriker Dr. Torsten Reters zeigt, wie berühmte Kaffeehausliteraten (Peter Altenberg, Anton Kuh u.a.) bis in die 1920er Jahre hinein die Weltlage humorvoll kommentierten. Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip „Pay what you like“.

Hinweis: Für diese Veranstaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

Leitung Termin     Zeit (Stadtt.) Straße R Kurs-Nr.
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Dr. Torsten Reters 23.4.20 1* Do: 19:00-21:15 (W-Elb) Auer Schulstr. 20
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B220
10-0503w@120
0.00 €
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